Göteborg, Schwedens zweitgrößte Stadt, überzeugt mit entspannter, offener Atmosphäre, einem tollen Pride und einer beeindruckenden Umgebung. Sieben Gründe, warum die westschwedische Stadt ein unterschätztes schwules Traumziel ist.

1. Die entspannte gay-friendly Atmosphäre

Die zweitgrößte Stadt Schwedens, in deren Metropolregion rund eine Million Menschen leben, versprüht die entspannte Atmosphäre einer quirligen Studentenstadt. Etwa im Stadtviertel Haga, direkt neben dem Zentrum. In den charmanten Gebäuden, einige sind noch aus Holz errichtet, haben interessante kleine Läden ihre Heimat gefunden. Neben einem ehemaligen Wehrturm mit Blick über die Stadt, dem Skansen Kronan, serviert ein Restaurant handgemachte Waffeln. Und in den Cafés und Restaurants treffen sich junge Leute, um bei Cappuccino über geöffneten Büchern und aufgeklappten Laptops angeregt zu diskutieren.

West Pride

2. Der Göteborger Pride eröffnet die Saison

Göteborg ist früh dran! Traditionell feiert die Stadt gemeinsam mit dem Umland ihren „Westpride“ immer schon im Juni. Nicht nur eine erstaunlich große Parade zieht dann durch die Straßen. Auf einer Bühne treten auch Künstler und Showacts auf, und in den Bars und Clubs der Stadt wird ausgiebig gefeiert – gerne, aber nicht nur, zu in Schweden besonders beliebten Schlagerhits à la Abba. Nachdem Göteborg gemeinsam mit Stockholm im Jahr 2018 den EuroPride ausgerichtet hat, ist auch internationalen Gästen der Pride erstmals richtig bewusst geworden. Von daher kann man sich auch 2019 auf eine internationale Veranstaltung freuen.

3. Kein Schweden-Urlaub ohne Fika!

Wenn es nur eine kulinarische Tradition gibt, die sich die Welt dringend von den Schweden abgucken sollte, dann ist es Fika. In dieser traditionellen Pause vom stressigen Alltag entspannt man gemeinsam mit Kollegen oder Freunden bei einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Gebäck und tauscht den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Besonders viel Spaß macht das bei Da Matteo. Gründer Matts lernte vor 20 Jahren in Italien die dortige Kaffeekultur kennen, importierte sie nach Schweden und eröffnete seinen ersten Laden in Göteborg. Heute wird direkt vor Ort geröstet, während die Kaffeebohnen von kleinen, persönlich bekannten Bauern in Afrika und Lateinamerika kommen. Und klar, die Kanelbullar, die warmen Zimtschnecken, sind hier einfach fantastisch.

Bee Kok and Bar

4. Heterofriendly Essen

Wer beim Thema Essen bislang gar nicht an Westschweden dachte, wird nach einem Besuch eines Besseren belehrt sein. Nicht nur, dass die Gegend berühmt ist für Austern, frischen Fisch und andere Meeresfrüchte, die oft nach tollen traditionellen Rezepten zubereitet werden. Auch lockere Restaurants für leckeres Comfort-Food bietet die Region zuhauf. So etwa in der Bee Kök & Bar, mitten in Göteborgs Stadtzentrum. Als „heterofriendly“ bezeichnet sich das Restaurant, in dem sich viele schwule und lesbische Göteborger vor dem Ausgehen noch rasch bei einem Burger stärken. Damit ist das Restaurant auch perfekt geeignet für ein erstes Sehen und Gesehen werden.

5. Zu Schlager tanzen

Völlig verrückt ist Schweden nach populärer Schlagermusik, wie sie alljährlich beim ESC auch hierzulande für Begeisterung sorgt. Kein Wunder, das sich Göteborgs bekanntester schwul-lesbischer Club ganz darauf eingestellt hat. Im Gretas legt der DJ zwischen Beyoncé und Rihanna folgerichtig immer wieder Loreens Hit „Euphoria“ oder Eleni Foureiras „Fuego“ auf. Erfolg hat das Gretas damit nicht nur bei den Göteborgern: Auch aus der weiteren Umgebung reisen die meist jungen Gäste an, um dieses Spektakel guter Stimmung nicht zu verpassen.

6. Die tolle Umgebung Göteborgs erkunden

Richtig komplett wird eine Reise nach Göteborg erst durch einen Ausflug in die Landschaft Westschwedens. Viele kleine Felseninseln, die Schären, von denen manche sogar bewohnt sind, liegen vor der Küste. Von den Gletschern der Eiszeit rund abgeschliffene und oft leicht rötlich schimmernde Felsen bestimmen auch zwischen Wäldern und Wiesen das Bild. Diese kraftvolle Gegend eignet sich wunderbar für ausgedehnte romantische Radtouren. Ausgewiesene Strecken gibt es etwa rund um das Städtchen Skärhamn auf der Insel Tjörn. Hier führt die Route entlang öffentlich ausgestellter Kunstwerke zum riesigen Skulpturenpark Skulptur i Pilane.

7. In einem Designhotel eigener Art schlafen

Wer noch mehr Zeit in der beeindruckenden Natur verbringen möchte, dabei aber weder auf guten Kunstgeschmack noch eine hervorragende Küche verzichten möchte, sollte im kleinen Boutique Bed and Breakfast Lådfabriken auf der Insel Orust einchecken. Der Holländer Marcel van der Eng und Johan Buskqvist, der hier aufgewachsen ist, haben eine ehemalige Fischkistenfabrik völlig entkernt, respektvoll erweitert und in ein Bed and Breakfast mit Blick aufs nur rund 30 Meter entfernte Meer ausgebaut. Innen zaubert Kunst, die das Paar im Laufe der Zeit überall auf der Welt gesammelt hat, Gästen ein Lächeln auf die Lippen. Und wenn Marcel fangfrischen Fisch nach lokalem Rezept zubereitet, bleiben ohnehin keine Wünsche mehr offen.